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Malteser Alfhausen

Rehabilitationszone Malteser Alfhausen

Was ist die Rehabilitationszone eigentlich ?

29.07.2019

Was ist die Rehabilitationszone eigentlich ?  Wie läuft ein einsatz überhaupt ab? 

Auf die Notwendigkeit einer Rehabilitationsmöglichkeit für Feuerwehrangehörige - insbesondere zur Prävention von Atemschutzunfällen - sind wir durch atemschutzunfaelle.eu aufmerksam geworden, die sich sehr umfassend mit der Thematik beschäftigen.

Für den Einsatz der Rehabilitationszone nutzen wir drei Fahrzeuge (KdoW, MTW, LKW), welche auch in der inzwischen fertiggestellten Alarm- und Ausrückeordnung vermerkt sind.

Der Kommandowagen dient hauptsächlich dem Transport der jeweiligen Führungskraft und im weiteren Verlauf der Einsatzkoordination vor Ort.

Dem MTW wird insbesondere die Aufgabe des Personaltransports zugesprochen. Er verfügt jedoch nach einem Umbau für seinen Einsatz im Rahmen der Rehabilitationszone - neben der sanitätsdienstlichen Basisausstattung (Notfallrucksack, Oxybag) - zusätzlich über Ladehalterungen für medizinische Geräte (u.a. Corpuls C1) und ist damit eine wichtige Komponente der Einsatzeinheit. Das Monitorsystem (Corpuls C1) haben wir eigens für den Einsatz mit der Rehabilitationszone angeschafft, um auch die bei Brandeinsätzen relevante Kohlenmonoxid-Sättigung erheben zu können. Alle anderen Diagnostikmittel zur Ermittlung von Blutdruck, Puls, SpO2 und Körpertemperatur sind unter anderem im Notfallrucksack auf dem MTW zu finden, im Verlauf nutzen wir das auf dem LKW verlastete PAX-Pom-Erstversorgungspaneel. Darin ist neben den Diagnostikmitteln auch weiteres medizinisches Material zu finden (u.a. Verbandmaterial zur Wundversorgung, erweiterte Diagnostik (Pupillenleuchten, BZ-Geräte), i.v.-Zugang etc.). 

Unser LKW (7,5t mit Ladebordwand) dient hauptsächlich dem Materialtransport. Das umfangreiche medizinische und technische Material haben wir - ähnlich wie auf vielen GW-Logistik der Feuerwehren - auf mobilen Rollwagen verlastet. Zur Austattung zählen zunächst ein Pavillon mit Schnellaufbausystem sowie ein Zelt (P21). Dadurch können wir je nach Lage, Wetter und Gegebenheiten vor Ort flexibel reagieren und eine eigene Rehabilitationszone aufbauen, sollte uns keine bauliche Einrichtung (Nebengebäude, Kantine etc.) zur Verfügung stehen. Ebenso autark sind wir bei der Stromversorgung - dank zweier Aggregate, wovon eines zum Betrieb einer externen Lichtquelle (Lichtmast mit ELSPRO oder Powermoon) bei Einsätzen in der Dunkelheit dient und ein weiteres für den Betrieb der Rehabilitationszone an sich (Zeltbeleuchtung, Zeltheizung, weitere Elekrogeräte) eingesetzt wird. Die Rehabilitationszone ist unter anderem mit dem PAX-POM-Erstversorgungs-Paneel sowie Hygieneartikeln (Wasser in Kanistern zum Händewaschen und Desinfektionsmittel) in der Basisausstattung ausgerüstet. In den meisten Fällen reichen als Sitzgelegenheiten für die Feuerwehren Festzeltgarnituren aus. Darüber hinaus bieten wir erschöpften Feuerwehrkräften die Möglichkeit, sich entweder auf Feldbetten auszuruhen oder bei Zwischenfällen auf Trageböcken mit Bund-Tragen engmaschiger medizinisch überwachen zu lassen. Hierzu sei angemerkt, dass der Betrieb einer Rehabilitationszone die Bereitstellung eines Rettungswagens für Notfallsituationen nicht ersetzt. Pro Atemschutzgeräteträger sollten nach Empfehlung von atemschutzunfaelle.eu außerdem 1,5 Liter Flüssigkeit zur Verfügung stehen. Neben Wasser und Apfelschorle halten wir auch Kleinigkeiten zur Stärkung zwischendurch (z.B. Doppelkekse, Haribo etc.) in ausreichender Menge bereit.

 Unsere Fahrzeuge stehen jederzeit für einen Einsatz der Rehabilitationszone vollständig ausgestattet bereit. Vor Ort organisieren wir uns dann in Unterabschnitte. Während der Abschnittsleiter Rehabilitationszone (i.d.R. Gruppenführer) den Gesamtüberblick behält, kümmern sich zwei Unterabschnittsleiter um die Bereiche "medizinische Überwachung" und "Technik". Je nach Lage, Wetter und Gegebenheiten vor Ort entscheiden wir über den flexiblen Aufbau und die bedarfsgerechte Innenausstattung, welche sich von Einsatz zu Einsatz unterscheiden kann. Nach jedem Atemschutzeinsatz meldet sich der jeweilige Atemschutzgeräteträger in der Rehabilitationszone an. Bei der Anmeldung wird auf der Checkliste neben dem Namen auch der Beginn des Aufenthalts in der Rehabilitationszone notiert, um im Verlauf die Ruhezeit bestimmen zu können. Zudem sind neben Brandeinsätzen mit Atemschutzgeräteträgern darüber hinaus auch Einsätze bei starker Hitze (z.B. im Sommer) für die Überwachung sämtlicher Feuerwehrkräfte denkbar, um Hitzeerschöpfungszuständen vorzubeugen. Nach einer Überprüfung der von atemschutzunfaelle.eu in der Checkliste aufgeführten Messwerte wird eine Empfehlung an den Sicherheitsassistenten bzw. Abschnitts- oder Einsatzleiter zum weiteren Einsatz des jeweiligen Feuerwehrmanns erteilt. Sind alle Messwerte im Toleranzbereich und wird die empfohlene Ruhezeit im Umfang der doppelten Einsatzzeit eingehalten, spricht einem erneuten Einsatz des Feuerwehrmanns nichts im Wege. Die letztendliche Entscheidung obliegt jedoch dennoch den Führungskräften der Feuerwehr selbst. 

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur verfügung. 

Lars Lohbeck

 Leiter Notvallvorsorge Malteser Hilfsdienst Alfhausen e.V.

Quelle( David Exner) Projektleiter Rehabilitationszone Malteser Hilfsdienst Alfhausen e.V.

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE60370601201201215117  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7